Faszien als Kommunikationsnetz des Körpers Teil 2

Die Neuro-Reflex-Therapien nach Lone Sørensen und die Faszienforschung lassen sich sehr gut miteinander verbinden, weil beide Ansätze den Körper als vernetztes, ganzheitliches System verstehen.

Faszien durchziehen den gesamten Körper als dreidimensionales Bindegewebsnetzwerk. Sie verbinden Muskeln, Organe, Nerven und Gefäße miteinander und enthalten eine sehr hohe Dichte an Mechanorezeptoren und freien Nervenendigungen. Dadurch spielen sie eine wichtige Rolle für Körperwahrnehmung, Bewegungskontrolle und neuronale Regulation.

Reflexzonen und fasziale Netzwerke

In den Neuro-Reflex-Therapien nach Lone Sørensen werden gezielt und sanft Reflexpunkte im Gesicht, an Füßen, Händen oder am Körper stimuliert. Diese Punkte stehen über neuronale Verschaltungen mit bestimmten Körperregionen, Organen und Funktionssystemen in Verbindung.

Aus faszialer Sicht können diese Reflexpunkte auch als Zugangsstellen zum faszial-neurologischen Netzwerkverstanden werden. Mechanische Reize an der Haut und im Bindegewebe werden über Rezeptoren in den Faszien aufgenommen und an das Nervensystem weitergeleitet.

Wirkung über das Nervensystem und das Fasziengewebe

Die Stimulation von Reflexzonen kann daher mehrere Ebenen beeinflussen:

  • Neurologische Regulation durch Aktivierung von Rezeptoren und Reflexbahnen

  • Veränderung des faszialen Tonus durch mechanische und neuronale Reize

  • Verbesserung von Durchblutung und Gewebehydrierung

  • Unterstützung von Beweglichkeit und funktioneller Balance

Ganzheitlicher Ansatz

Sowohl die Faszienforschung als auch die Neuro-Reflex-Therapien zeigen, dass der Körper nicht isoliert funktioniert. Struktur (Faszien), Bewegung und Nervensystem sind eng miteinander verbunden.

Die gezielte Stimulation von Reflexzonen kann daher als Impuls verstanden werden, der über das neuro-fasziale Netzwerkregulierende Prozesse im gesamten Körper anstößt.

Weiter
Weiter

Faszien – das unterschätzte Netzwerk unseres Körpers